GRUNDLEGENDES ÜBER DIE STADTTAUBE

Straßentaube in Salzburg

Hier eine interessante Frage zur Klärung: Können Straßentauben in der Stadt Salzburg einen fakturierten Hinweis auf ihre (ursprüngliche) Herkunft geben?

Salzburger Straßentaube (Hans Lutsch)

Erscheinungsbild in Zuchttaubenfärbung: Verebung in brauner Grundfarbe, spalterbig, dicht gehämmert. Dies beweist, dass die Elterntauben im Hintergrund die braune Grundfarbe, zumindest spalterbig, besitzen mussten – gemäß den Grundlagen der Vererbungslehre. Damit ist ein generationsübergreifender Prozess und die Übermittlung der Herkunft dieser Salzburger Straßentaube als mögliche Zuchttaubenart plausibel.

ARGE Stadttauben Salzburg

Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen fünf Taubenarten:

Entgegen der häufigen Annahme, Stadttauben seien Wildtiere, stammen diese nachweislich von der Brieftaube ab. Die Brieftaube wurde über Jahrtausende vom Menschen gezähmt und domestiziert und somit auch genetisch verändert. Die heutige Stadttaube ist somit ein Haustier – so wie Hunde und Katzen.

In unseren Breitengraden gibt es kaum streunende Hunde und Katzen. Eine geschwächte Katze erregt meist sofort Mitleid. Bei Tauben ist das anders. Warum? Menschen haben ein paradoxes Verhältnis zu Tieren: Haustiere verwöhnen wir, andere sehen wir als Nutztiere, Schädlinge oder Störenfriede.

Foto von Klaus Heimlich

Das hängt mit Zuschreibungen und Mythen zu Tierarten zusammen. Tauben gelten als „Ratten der Lüfte“, dreckig, störend, Krankheitsüberträger und Fassadenverschmutzer. Manche finden sie unpassend für saubere Städte, andere sehen sie als natürlichen Teil davon.

Was unterscheidet nun noch eine Haustaube bzw. Stadttaube von einer Wildttaube?
Wildtauben sind extrem scheu und vermeiden die Nähe zum Menschen. Stadttauben hingegen sind nur bedingt scheu. Sie haben natürlich eine gewisse Scheu beibehalten, da viele Menschen nach wie vor gefährlich für sie sind. Sehr häufig kommt es vor, dass Stadttauben durch Fußtritte verletzt, gejagt und verscheucht werden. Gleichzeitig suchen sie aber die Nähe zum Menschen, da sie bei der Futtersuche auf ihn angewiesen sind (wir dürfen nicht vergessen: sie sind Haustiere) und wissen: dort, wo Menschen sind, gibt es auch Futter. Hierbei ist die Behauptung, dass Stadttauben bei der Futtersuche ohnehin zu umliegenden Feldern fliegen würden, falsch. Stadttauben sind, anders als Wildtauben, nicht in der Lage Felder anzufliegen, da sie weder den Feldflug gelernt haben noch wissen, wie man zu einem Feldkorn durchdringt.

Artgerechtes Futter für Tauben stellen ausschließlich Körner und Samen dar! An Hartkörnern benötigt eine Stadttaube täglich ca. 50 Gramm. Wichtig ist zudem ausreichend Trinkwasser. Durch das willkürliche Fütterungsverbot der Stadt Salzburg sind diese lebensnotwendigen Voraussetzungen nicht geschaffen. Mehr dazu in Mythen >>

Foto von Klaus Heimlich

Während die Brutzeit von Wildtauben begrenzt ist, brüten Stadttauben durch die vom Menschen veränderte Genetik sehr oft. Dabei spielt weder die Jahreszeit noch das Angebot an Nahrung eine Rolle. Verstärkt wird dieses Brutverhalten noch, wenn Tauben wenig bzw. in unregelmäßigen Abständen Futter finden oder ein Teil der Taubenpopulation verschwindet (dies kann durch gezielte Tötung, durch Verhungern oder Tod durch Krankheit und Schwäche erfolgen). Die Tauben verfallen dabei in eine Art Stressbrüten, um ihre Population aufrecht zu erhalten. Aus diesem Grund ist zum Beispiel das als hochwirksam gepriesene Fütterungsverbot oder die Tötung eines Taubenbestandes völlig kontraproduktiv. Die Tauben brüten weiter und vermehren sich sogar doppelt so schnell. Die einzige erfolgsversprechende Lösung, die sowohl für die Tauben als auch für uns Menschen einen positiven Effekt hat, sind Taubenschläge sowie Taubenhäuser nach dem Augsburger Modell. Mehr zu diesem Modell hier >>

Foto von Klaus Heimlich