MYTHEN

Von „Tauben sind die Ratten der Lüfte“ bis zu „Taubenkot ist extrem aggressiv“: es ranken sich viele Mythen um unsere friedlichen Mitgeschöpfe. Wie es Mythen so an sich haben, sind diese meistens falsch und entbehren jeglicher wissenschaftlichten Grundlage oder Logik. Wir haben hier einige der gängigsten Mythen aufgelisten und evidenzbasiert widerlegt.

  1. Taubenkot ist aggressiv: dem Taubenkot wird seit jeher nachgesagt, er sei extrem aggressiv und ist für die Verschmutzung von Fassaden sowie deren aufwendige und kostspielige Reinigung verantwortlich. Fest steht: Taubenkot ist weder aggressiv noch irgendwie sonst gefährlich für uns Menschen. Dieser kann sogar von Vorteil sein: und zwar für die Düngung im Garten! Den wissenschaftlichen Nachweis über die Unschädlichkeit von Taubenkot erbrachte die Technische Universität Darmstadt mit ihrem Prüfungsbericht „Einfluss von Taubenkot auf die Oberfläche von Baustoffen“ im Jahre 2004.
  2. Stadttauben übertragen Krankheiten: genauso wie andere Vögel können Stadttauben Krankheitserreger aufweisen. Jedoch sind die meisten davon für uns Menschen völlig unbedenklich.
  3. Tauben sind die Ratten der Lüfte: Stadttauben gelten als dreckig, unrein und schmutzig. So wie jeder andere Vogel reinigt die Taube (mehrmals) täglich ihr gesamtes Gefieder. Tut sie dies nicht, ist das ein Hinweis auf eine mögliche Erkrankung der Taube, die schlussendlich von Futterabfällen hervorgerufen werden können. Es gibt bei Stadttauben eine Besonderheit: während andere Vogelarten eine Bürzeldrüse besitzen, die bei der Gefiederpflege ein bestimmtes Sekret absondert, mit dem sich die Vögel eincremen, um ihr Gefieder glänzend und wasserabweisend zu halten, verfügen die Stadttauben über eine Art Puder, der dennoch den gleichen Effekt hat.
  4. Fütterung von Stadttauben begünstigt deren Vermehrung: durch ein Fütterungsverbot glauben manche Städte, wie auch die Stadt Salzburg, der Taubenpopulation Herr werden zu können. Dieses hat jedoch den gegenteiligen Effekt: erstens wurden die Stadttauben über Generationen vom Menschen zu ganzjährigen Brütern herangezüchtet und zweitens erhöht ständiges Hungern das Brutverhalten sogar, da die Tauben ihre Population konstant halten wollen. Abhilfe verschafft hier lediglich ein Taubenschlag und eine kontrollierte Bestandsaufnahme.
  5. Stadttauben sind Wildtiere: es ist mittlerweile wissenschaftlich bewiesen, dass Stadttauben genetisch von Zuchttauben abstammen. Diese sind vom Verhalten her Haustiere. Damit weisen sie andere Verhaltensweisen und Bedürfnisse auf als Wildtiere. Stadttauben sind daher auch in gewisser Weise auf uns Menschen angewiesen. Wir müssen immer bedenken: es war der Mensch, der aus der ehemals wilden Taube eine Haustaube und diese dadurch vom Menschen abhängig gemacht hat, um sie dann schlussendlich auszusetzen und zu vergrämen. Es ist nun in unserer Verantwortung, uns um die Tauben zu kümmern.