2. Dezember 2025 – Kundgebung für eine vernünftige Straßentauben-Politik!
Mehr als 40 BürgerInnen der Stadt Salzburg sind dem Aufruf der Vereine „VGT“, „Respektiere“ und „ARGE Stadttauben Salzburg“ am Dienstag Nachmittag gefolgt, um die Stadtregierung zu Menschlichkeit und Vernunft aufzurufen. Das Thema „Verhungernde Tauben in der Stadt“ beschäftigt und verärgert immer mehr Menschen. Doch ihre zahlreichen Protest-Mails und Briefe werden nicht gehört.
Jüngst wurde vom Städtischen Veterinäramt behauptet, dass es Kontrollen hinsichtlich unterernährter und hungernder Tauben gegeben hätte. Es sei zu dem Schluss gekommen, dass in der Stadt Salzburg keine einzige Taube hungere. Anfragen nach dem „Informationsfreiheitsgesetz“ zu diesem für uns doch sehr merkwürdigen Ergebnis ergaben, dass das Veterinäramt über „keine Daten“ verfügt: weder zum Thema Verhungern noch zu den Straßentauben insgesamt. Die vermeintlichen Kontrollen dürften also nicht, wie behauptet, stattgefunden haben. Das ist peinlich.
Die demonstrierenden BürgerInnen verliehen auf der Demonstration auch mit Sprechchören ihrem Unmut Ausdruck. Ein Dialog mit zuständigen Stadtpolitikern wurde erwartet, doch niemand von der Stadtregierung suchte an diesem Nachmittag den demokratischen Weg zu den Protestierenden.
Ignoranz ist kein Zeichen für einen vernünftigen Umgang mit der verärgerten Bevölkerung. Und dass die Straßentauben ohne artgerechte Versorgung einen Hungertod auf der Straße erleiden, wurde bereits mehrmals dokumentiert, zudem von TiermedizinerInnen bestätigt. Auch der Obmann und Experte vom Verein „ARGE Stadttauben Salzburg“ weiß: „Durch Fütterungsverbote erleiden Straßentauben zusätzlichen Stress. Ein chronischer Mangel an hochwertigem Körnerfutter verschlechtert das Allgemeinbefinden und führt zur Aufzehrung von Fettreserven und der Muskulatur. Zusätzlich wird die Körpertemperatur empfindlich herabgesetzt. In den Wintermonaten führen diese Beeinträchtigungen, Hunger und der Verlust von körperlichen Reserven zu einem schnelleren (stillen) Sterben.“
Deshalb wurden die Forderungen nach einer „sofortigen Notfütterung“ und langfristig nach „kontrollierten Fütterungen“ nach dem „Augsburger Modell“ an die Stadtregierung gerichtet. Da die Stadtverwaltung über keinerlei Daten hinsichtlich der Wirkung eines streng verfolgten Taubenfütterungsverbotes verfügt, darf davon ausgegangen werden, dass die Stellungnahmen von namhaften TiermedizinerInnen zu dem Thema ernst zu nehmen sind. Frau Dr. vet. med. Toennies bestätigt, dass ein Fütterungsverbot großen Schaden bei den Straßentauben anrichtet und zum Verhungern führt.
Doch Fakten scheinen bei der Stadtregierung noch nicht angekommen zu sein. Darüber hinaus wurden keine TierschutzexpertInnen aus Salzburg zum „Runden Tisch“ geladen. Mit dem Ergebnis, dass sich die Salzburger Bevölkerung nicht wahrgenommen fühlt. Weder mit ihren Sorgen noch mit ihrem Wunsch nach Klärung darüber, was Tierschutz für Straßentauben bedeutet und was genau das „Augsburger Modell“ beinhaltet.
Schade, dass die Stadtregierung nicht den Dialog und die Nähe zu den protestierenden BürgerInnen sucht. Tierschutz geht uns alle an, auch die Stadtregierung. Der Hunger ist real und sollte ernst genommen werden. Damit der Tierschutz auch in der Mozartstadt eine politische Realität erfährt. Auch Festspielgäste haben bereits ihren Unmut über „verhungernde Straßentauben“ gegenüber der Stadtregierung kundgetan.


















18. November 2025 – Stadtregierung in Salzburg schränkt in seinen Umsetzungsplänen das „Augsburger Modell“ auf einen zusammengekürzten Rumpfgedanken ein!
Es ist ein Teilerfolg für unsere langjährige Arbeit: Die derzeitige Stadtregierung ist zu dem erfreulichen Entschluss gekommen, Taubenschläge nach dem Augsburger Modell in der Stadt zu installieren und diese auch von einem (großen) Tierschutzverein personell betreuen zu lassen. Diese Entscheidung ist als Plan in Arbeit. Nähere offizielle Informationen wurden für das erste Quartal 2026 zugesagt.
Dennoch ist die Frage nach einer Grundversorgung für all die obdachlosen Straßentauben, Nachkommen von Brief- und Zuchttauben, nicht geklärt. Das Augsburger Modell vom Gründer Rudolf Reichert sieht hier „kontrollierte Futterplätze“ vor, um den Tierschutz im Gesamtkontext zu sichern. Hier bleibt die derzeitige Stadtregierung aber hart und hält weiter am „Fütterungsverbot“ fest. Was als verändertes Konzept, ohne tierschutzrelevante Aspekte des Augsburger Modells, zu verstehen ist.
Nach mehr als 30 Jahren ist es jetzt an der Zeit, diese Verordnung, die weder ein funktionierendes Konzept darstellt, noch in irgendeiner Weise die „Problematik“ entschärfen konnte, zu evaluieren und neu zu denken. Städte, die das „Augsburger Modell“ in seiner Gesamtheit umgesetzt haben, könnten hier lehrreiche Momente für Salzburg schaffen. Das „kontrollierte Füttern“ der Straßentauben hat viele Vorteile.
Das (konsequente) „Fütterungsverbot“ ist nicht Teil vom „Augsburger Modell“, es ist der gescheiterte Versuch einer veralteten theoretischen Annahme. Und diese Annahme wird von der Stadt Salzburg weiterhin romantisiert, obwohl die Analyse dieser Verordnung nur negative Ergebnisse hervorgebracht hat. Es ist eine bequeme, aber unbrauchbare Illusion, ohne nachhaltige Wirkung.
Salzburg sollte sich von der Illusion verabschieden und zur Realität übergehen. Dann wird der Weg zur Lösung auch gelingen. Das Versprechen, das „Augsburger Modell“ nach Rudolf Reichert für Salzburg zu realisieren, beinhaltet auch die Grundversorgung der obdachlosen Straßentauben. Wir begrüßen die Umsetzung des einen Moduls mit den betreuten Taubenschlägen und erwarten die Verwirklichung der „Notfütterung“ der Straßentauben, und langfristig auch das Recht auf „kontrollierte Futterplätze“ als weiteres Modul.
Deshalb demonstrieren wir, die BürgerInnen in Salzburg und FreundInnen, am 02.12.2025 ab 13:00 nahe dem Eingang zum Schloss Mirabell (regenbogenfarbener Zebrastreifen) für die Umsetzung des (versprochenen) „Augsburger Modells“ in seiner Gesamtheit und fordern umgehend die Einhaltung des Österreichischen Tierschutzgesetzes. Wir fordern sofortige „kontrollierte Futterplätze“ für die Salzburger Straßentauben. Dies schützt sie vor dem Hungertod.

12. Oktober 2025: Ein Abend für die Salzburger Stadttauben



Am Sonntag, den 12.10.2025 fand im Literaturhaus Salzburg eine Lese- und Musikveranstaltung für die Arbeit vom Verein ARGE Stadttauben Salzburg statt. Petra Nagenkögel vom Literaturverein Prolit begrüßte die Künstler:innen und fand in ihrer Einleitung treffende Worte zum Thema Straßentauben und deren Herkunft.
Hans Lutsch vom Verein ARGE Stadttauben Salzburg nahm in seiner Rede diesen Faden auf und zeichnete ein eindrucksvolles Bild der Straßentauben in der Geschichte ihrer Domestikation. Wie kam es zur Nutzgewinnung der Taube? Was waren/sind die Eigenschaften der Taube, deren sich der Mensch bedient hat und heute noch bedient? Der ausgezeichnete Orientierungssinn sei hier als einer der vielen Fähigkeiten der Taube erwähnt.
Hans Lutsch spannte in seinem Exkurs dann auch den Bogen hin zur Literatur. In frühen Schriften wurde die Taube bezüglich ihrer Attribute vielseitig erwähnt, gefeiert und gelobt. Sie wurde in Mesopotamien als Friedens- und Fruchtbarkeitsgöttin Ischtar verehrt. In der Griechischen Mythologie wird erzählt, dass eine Taube ein Ei ausgebrütet hat, aus der die Göttin Aphrodite hervorging.
Weiters wurden die großen Religionen und deren zentrale Schriften (Bücher) erwähnt, in denen die Taube in ebenso vielen Erzählungen zum heiligen Vogel erklärt wird. Die Symbole reichen von der Geschichte der Sintflut, über die jüdisch religiöse Schrift, den Talmud, bis hin zum Koran. In der jüdischen Schriftensammlung wird die Taube als Symbol für die Gemeinschaft des jüdischen Volkes gesehen. Im Koran wird erzählt, dass ein Taubenschwarm Mohammed vor den Feinden gerettet hat.
Anschließend las Hans Lutsch Gedichte und Prosa, in denen diese Symboliken der Taube aufgegriffen werden und Thema sind. Diese Lesung beinhaltete Gedichte von Ingeborg Bachmann, R. M. Rilke, Stefan Zweig, u.v.a., weiters Auszüge aus der Novelle von Patrick Süsskind „Die Taube“. Hans Lutsch las auch eigene Gedichte, die ein dramatisches Leben der Straßentaube zeichneten.
Untermalt und begleitet wurde die Lesung von der Salzburger Band „All Souls Night“, die vor allem Lieder aus der irischen Kultur spielt. Die Stimmung im Publikum war aufmerksam und begeistert. Die Lesung konnte in ihrer von Hans Lutsch vorgenommenen Auswahl das Publikum in Spannung versetzen. Die Aufmerksamkeit der Zuhörer:innen war bis zur letzten Minute für beide Beiträge, Lesung und Musik, gegeben. Der Applaus und die anschließenden Gespräche konnten diesen Eindruck nur bestätigen.
Das Thema Taube ist derzeit omnipräsent: es wird in der Stadtregierung der Stadt Salzburg behandelt, in den Medien darüber berichtet und auf der Straße und in Tierschutzvereinen besprochen. Es geht hier vor allem um die jahrelange Forderung vom Verein ARGE Stadttauben Salzburg, den Straßentauben ein würdiges Leben zu sichern und das Augsburger Modell in allen Facetten zu realisieren. Das Augsburger Modell besteht aus kontrollierten Futterplätzen in der Stadt und flächendeckenden Taubenschlägen/Taubenhäusern, die fachgerecht betreut und in denen die Eier zur Bestandskontrolle ausgetauscht werden. Vor allem finden die Tauben darin ein artgerechtes Zuhause.
Die Band „All Souls Night“ (https://www.facebook.com/share/1FjfimLv9R/?mibextid=wwXIfr) konnte an diesem Abend ihre stimmungsvolle Musik mit perfekter Darbietung unter Beweis stellen. Auch hier gab es begeisterte Zustimmung. Besucher:innen der Veranstaltung meinten sogar, dass dieser Abend wiederholt werden sollte. Wir vom Verein und die Bandmitglieder werden darüber sprechen und vielleicht weitere Veranstaltungstermine überlegen. Die Taube trägt schwer an ihrer Geschichte und der Tier- und Taubenschutz hat viel mit Kultur zu tun. Das hat dieser Abend gezeigt.
Die Band spielte für die Salzburger Straßentauben gratis. Die Einnahmen gehen an den Verein ARGE Stadttauben Salzburg.
Beobachtungen in der Salzburger Mozartstadt:
Die Untätigkeit der Stadtverwaltung bezüglich Geburtenkontrolle bei Straßentauben, Columba livia forma domestica, führt zu Belastungen in den betroffenen Stadteilen. Häuser, Brücken, Balkone, Plätze, Balkone usw. werden von den herumirrenden Straßentauben (Nachkommen von Haus- und Brieftauben) als Notquartiere besetzt.
Diese Besetzung des urbanen Lebensraumes ist unfreiwillig und führt zu Konflikten. Geldausgaben in Taubenabwehrmaßnahmen werden laufend getätigt, sind aber nicht Ziel-führend. Auch der Entzug der Nahrungsgrundlagen, wie durch eine Verordnung beabsichtigt, verfehlt das Ziel. Die Straßentauben bleiben in ihrem biologischen Bedarf alleingelassen, was zu diesem Chaos führt.
Das Festhalten an einer nicht Ziel-führenden Maßnahme, die seit mehr als 30 Jahren in der Stadt Salzburg besteht, ist unverständlich. Behauptungen, wonach sich der Bestand der Straßentauben durch den Futterentzug reduzieren lässt, sind wissenschaftlich umstritten. Die Problematik konnte in keiner Stadt durch die Verordnung geregelt werden. Die Bestandszahlen sind weiter angestiegen.
Die kategorische Ablehnung des Augsburger Modells als nachhaltiges Regulativ zur Bestandskontrolle der Straßentauben-Populationen, bleibt, in Anbetracht der katastrophalen Auswirkungen für Tauben und Menschen, unverständlich. Deshalb lautet unsere Frage: Warum lässt die Salzburger Stadtverwaltung weiterhin die unkontrollierte Vermehrung von Straßentauben zu?
ARGE Stadttauben Salzburg
FOTOS











