Dramatische Momente!
Ich war heute, am 16.12.2025, in der Nähe vom Salzburger Bahnhof. Als ich eine Straßentaube mit grob verschnürten Beinen – es hat sich ein Teil von einem „Balkonnetz“ an den Beinen verwickelt – sah. Ein kleines Mädchen mit seiner Mutter war auch am Ort. Das Mädchen wollte die verschnürte Taube fangen und retten.
Die Taube versuchte zu entkommen und flog auf einen Baum, wollte auf einem Ast zum Sitzen kommen, rutschte ab und blieb mit dem verwickelten Netz an einer Knospe hängen. Viele hilfsbereite Menschen blieben stehen, es entstand eine aufgeregte Atmosphäre. Ich wollte die Berufsfeuerwehr rufen, doch ein junger beherzter Mann kletterte sofort auf den Baum und befreite die Taube aus dieser kopfüber Situation.
Ich bat ihn die Taube nicht auszulassen, sondern behutsam mir zu geben. Das Netz hat bereits einige Gliedmaßen eng abgeschnürt, deshalb war eine Behandlung erforderlich. Die Taube wäre mit diesem Handicap draußen nicht überlebensfähig. Der junge Mann bekam von allen Anwesenden einen beherzten Applaus für seine kühne Tat. Ich dankte ihm ebenso und war erleichtert, dass alles gut gegangen ist.
Die Taube wurde in einer unserer Pflegestationen von den schmerzhaften Verschnürungen befreit. Die Gliedmaßen wurden entsprechend behandelt und mit Pflege-Utensilien versorgt. Die Taube hat durch dieses Handicap schon empfindlich an Körpergewicht verloren. Die Futtersuche war für sie erschwert, da sie, durch diese Verschnürung, kaum auf den Beinen stehen konnte.
Jetzt beginnt die Zeit des Aufpäppeln und der Nachbehandlung, bis die Taube wieder alle noch vorhandenen und einsetzbaren Zehen/Gliedmaßen schmerzfrei einsetzen kann. Derzeit liegt sie in der Pflegebox und scheint den Schutz und die Versorgung zu genießen. Wir sind stolz, dass in Salzburg so viele Menschen versuchen, den Straßentauben zu helfen und mit Hilfe zu begegnen.

ARGE Stadttauben Salzburg
Wenn Sie unsere Arbeit mit einer Spende unterstützen möchten, so sind wir ihnen dankbar.
Auf Taubenjagd!
Nein, wir vom Verein jagen natürlich keine Tauben, wir machen jedoch regelmäßig ein Monitoring. Dies bedeutet, dass wir vor allem an den sogenannten Hotspots in der Stadt (also jene Plätze, an denen sich große Taubengruppen aufhalten) nach dem Rechten sehen sowie unsere Augen beim Abgehen der Stadt offen halten.
Danke
Bei unserem letzten Rundgang konnten wir folgende Entdeckungen machen und Aufgaben erledigen:
Station 1: Vorplatz des Salzburger Hauptbahnhofes
Zwei verletzte Tauben konnten von uns gesichert werden – das bedeutet, dass wir sie mittels Kescher oder per Hand einfangen konnten. Unsere Patienten waren sowohl eine Jungtaube, deren Gefieder noch nicht fertig war und die somit in der kalten Jahreszeit besonders schutzlos ist, als auch eine Taube mit extrem verschnürtem Bein, welches sich bereits zu einem Eiterkloss verformt hatte.
Station 2: Baustelle
Besonders auf Baustellen, auf denen Gebäude errichtet werden, versuchen Stadttauben Unterschlupf zu finden. Es ist noch alles offen und sie können sich schön verstecken. Dies kann ihnen jedoch zum Verhängnis werden! Es steht an der Tagesordnung, dass Stadttauben eingeschlossen werden, wenn offene Stellen/Flächen durch die Bauarbeiter verschlossen werden. Wie grausam dieser Tod ist, kann sich jede/r selbst ausmalen.
Deshalb ist es besonders wichtig, die Bauarbeiter darauf aufmerksam zu machen, dass Flächen nicht einfach geschlossen werden dürfen, sondern diese erst kontrolliert werden müssen. Wenn sich Nester mit Jungtauben darin befinden, dürfen die betroffenen Stellen erst geschlossen werden, wenn die Jungtauben flügge sind.
Wir haben die Bauarbeiter aufgeklärt und können in Zukunft mit einer guten Zusammenarbeit rechnen.
Station 3: Tiefgarage
Tiefgaragen sind beliebte Schlaf- und Brutplätze. Die Tauben können sich in den vielen Nischen verstecken und es ist schön warm. Dabei haben wir eine brütende Taubenmutter entdeckt. Behutsam wollten wir die Eier durch Attrappen austauschen (um die Geburtenrate zu kontrollieren), als unter dem wärmenden Gefieder der Taube zwei kleine Taubenküken zum Vorschein kamen. Wir waren mindestens so aufgeregt wie die Taubenmutter, die ihre Küken mit heftigem Flügelschlagen und Drohgebärden verteidigt hat.
Gut, also kein Eiaustausch und warten, bis die Küken flügge sind.
Station 4: Bahnhofsumgebung
Die letzte Taubenpatientin, die wir glücklicherweise sichern konnten, war schwer verletzt. Der rechte Flügel stand ab und darunter zeigte sich eine frische Fleischwunde. Sie wurde höchstwahrscheinlich angefahren und hatte starke Schmerzen. Sie ließ sich bereitwillig in die Transportbox setzen und zur Erstversorgungsstelle bringen.
So sehr wir uns freuen, dass diese Tauben mittlerweile wieder wohlauf sind, so sehr sorgen wir uns um die vielen anderen verletzten Tauben, die noch in der Stadt unterwegs sind und mit teils großen Schmerzen auch noch ganztägig Futter suchen müssen.
August 2025 – Gute Zusammenarbeit verspricht Erfolg im Tierschutz
Ende August konnte durch zwei wachsame Passantinnen, unseren Einsatz sowie die tatkräftige Unterstützung zweier Mitarbeiter der ÖBB der Todeskampf einer Stadttaube beendet werden: wie es leider regelmäßig vorkommt, hat sich die Stadttaube in einem Netz verhängt, welches als beliebtes Abwehrmittel gegen Tauben verwendet wird. In diesen Netzen verhängen sich Tauben ganz einfach und schaffen es ohne menschliche Hilfe nicht mehr raus. Dies bedeutet einen stundenlangen Todeskampf, einhergehend mit starken Schmerzen, da sich die hilflosen Tiere mehrere Glieder brechen.
Die Stadttaube bei unserem Einsatz war bereits völlig entkräftet und hing fast leblos im Netz. Da sich unser Verein unter anderem durch eine gute Zusammenarbeit mit der ÖBB in Salzburg auszeichnet, konnten wir innerhalb kürzester Zeit zwei Mitarbeiter über den Notfall informieren, die sich der Befreiung der Stadttaube mit Sorgfalt annahmen. Ein Mitglied unseres Vereins brachte das erschöpfte Tier anschließend zur Untersuchung und Kontrolle zu einer taubenkundigen Tierärztin.
Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Menschen aus unterschiedlichen Bereichen im Tierschutz und in der Tierrettung ist. Wir möchten uns nochmals herzlich bei den Passantinnen sowie bei den Mitarbeitern der ÖBB bedanken!




November 2024 – Einsatz in der Getreidegasse:
Beide in einem Innenhof in der Salzburger Altstadt eingeschlossenen Straßentauben konnten von uns befreit werden.
Zeuginnen eines angrenzenden Geschäftes hatten uns von dem Drama der Tauben berichtet und waren immer freundlich den Tauben und unserer Arbeit gegenüber. Die Mitarbeiterinnen und auch die Haustechniker haben uns unterstützt und uns immer wieder über die aktuelle Situation informiert.
Wir haben täglich nach den Tauben gesehen, waren vorsichtig bemüht, sie einzufangen. Der ganze mit einem Taubennetz gesichrte Bereich war in der Höhe und auch zu einer Baustelle nur schwer zugänglich. Deshalb blieb uns nur der ebenerdige Bereich. Mit Futter angelockt konnten wir dann die Beiden aus der Gefahrenzone befreien.
Danke an alle Mitwirkenden, auch vom Verein ARGE Stadttauben Salzburg. Auch das Salzburger Ordnungsamt war informiert und hat amtlich bei der Hausverwaltung interveniert. Somit war unsere Arbeit auch für regelmäßige Zugänge immer offen.
Jänner 2024 – Stadttauben Demo
Egal wie kalt es ist: wir setzen uns unermüdlich für unsere Mitgeschöpfe ein und gehen auch für sie auf die Straße. Auch Salzburgs Bürgermeister-Stellvertreter Mag. Kay-Michael Dankl hat uns besucht.







November 2023 – Mülln:
Wir tauschen Taubeneier an der Eisenbahnbrücke in Mülln aus. Diese soll in den nächsten Wochen vergrämt werden. Wir regulieren dabei den Tierschutz für Straßentauben und begleiten die Arbeiten.


Oktober 2023:
Brückenpfeiler werden neu vernetzt. Wir kümmern uns um den Schutz der Tauben. Bestandsaufnahme der Tierschutzsituation vor der neuen Vernetzung in Zusammenarbeit mit der ÖBB und einer Taubensbwehrfirma.


Oktober 2022 – Einsatz in der Ignaz-Harrer-Straße






Jänner 2020 – Begutachtung eines Taubennestes auf einem Balkon
Immer wieder kommt es vor, dass Stadttauben auf einem Balkon brüten. Hierbei ist eine adäquate Vorgehensweise wichtig. Wir unterstützen sie im Falle eines Nestfundes gerne!



Jänner 2019: Begutachtung Autobahnbrücke Liefering-Itzling
Leider werden Tauben immer wieder Opfer von Vergrämungsmaßnahmen wie Netzen, in denen sich Tauben verfangen und einen qualvollen Tod sterben.












August 2018 – Befreiung von Tauben unter Planken auf einem Balkon









